Information an die Landessynode zum Theologischen Bildungscampus

Dieser Brief von Präses Dr. Thorsten Latzel wurde am Donnerstag, 15. Oktober, an alle Landessynodalen verschickt.

 

Sehr geehrte Mitsynodale, liebe Geschwister,

ich grüße Sie und Euch herzlich im Namen der Kirchenleitung und möchte alle Landessynodalen und Mitglieder der Ständigen Ausschüsse über den Theologischen Bildungscampus informieren. Trotz intensiver Bemühungen und externer Beratung ist es leider nicht gelungen, die Geschäftsführung für einen Theologischen Bildungscampus auf dem Heiligen Berg in Wuppertal dauerhaft zu besetzen. Die Gesellschafterversammlung hat das Besetzungsverfahren einstimmig für beendet erklärt. Die Meilensteine, die von der Synode zur Errichtung des Theologischen Bildungscampus mit festen Terminen genannt worden sind, können so nicht mehr eingehalten werden. Bis zum Frühjahr 2027 hätte die Arbeit aufgenommen werden und ein Curriculum vorliegen müssen.

Die Kirchenleitung hat daher beschlossen, die Gesellschafterversammlung des Theologischen Bildungscampus gGmbH zu bitten, die im März 2026 gegründete Gesellschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder aufzulösen. Zugleich dankt sie den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung und allen weiteren Beteiligten für die geleistete Arbeit. Der entsprechende Beschluss wurde in einer Sitzung der Kirchenleitung am Montag, 12. Oktober, gefasst.

Die Kirchenleitung bedauert es ausdrücklich, dass das Projekt nicht so umgesetzt werden konnte, wie es der Beschluss der Landessynode 2025 vorsieht. Die intensive Arbeit daran hat aber noch einmal gezeigt, wie relevant die Bedarfe bleiben, die von der Landessynode für die drei Säulen des Theologischen Bildungscampus benannt worden sind:

  1. ein berufsbegleitender Masterstudiengang zum Quereinstieg ins Pfarramt,
  2. akademisch profilierte Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine Stärkung theologischer Sprachfähigkeit für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende,
  3. gegenwartsorientierte theologische Forschung und kirchliche Beteiligung an den entsprechenden gesellschaftlichen Diskursen.

Zudem unterstreicht die Kirchenleitung das bleibende Anliegen der Landessynode, den zentralen Bildungsstandort „Auf dem Heiligen Berg“ in Wuppertal weiter zu erhalten und zu stärken.

Der Landessynode 2027 in Bonn sollen daher erste Vorschläge zur gemeinsamen Erörterung und weiteren Bearbeitung unterbreitet werden, wie diese Bedarfe gedeckt werden können. Sie entscheidet, wie es mit dem Beschluss weitergeht. Dabei spielen die Einbeziehung bestehender Einrichtungen und die Kooperation mit anderen Landeskirchen eine zentrale Rolle. Für Fragen stehen wir Ihnen in den Ausschüssen und per E-Mail unter praeses@ekir.de gerne zur Verfügung.

Uns allen wünsche ich in diesen politisch wie gesellschaftlich bewegten Zeiten Gottes Segen: viel Mut, Ausdauer und Lebensfreude bei allen Aufgaben, die gemeinsam vor uns liegen, und das tiefe Vertrauen darauf, dass Christus selbst uns stärkt und erhält, an jedem Morgen neu.

 

Es grüßt Sie und Euch herzlich

Pfarrer Dr. Thorsten Latzel
Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland

 

 

  • Red.
  • EKiR/Meike Böschemeyer