Zwischenbericht: Schritte auf dem Weg zum Theologischen Bildungscampus

  • Volker Haarmann

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland hat sich im Rahmen ihrer September-Sitzung über den Fortgang des Projekts „Aufbau Theologischer Bildungscampus“ berichten lassen. Dem Entwurf einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Bergischen Universität Wuppertal wurde zugestimmt. Die Projektleitung wurde gebeten, mit der Bergischen Universität Wuppertal alles in die Wege zu leiten, damit die Kooperation bis spätestens 31. Dezember 2025 beginnen kann.

Auch dem Entwurf eines Gesellschaftsvertrags zur Gründung der Theologischen Bildungscampus gGmbH wurde zugestimmt. Die Projektleitung wird alle erforderlichen Schritte zur Gründung der gGmbH einleiten. Die Weiterbildungsgesellschaft soll kontinuierlich Kooperationsüberlegungen in den Blick nehmen, insbesondere mit kirchlichen und anderen wissenschaftlichen Bildungsträgern, aber auch mit der Stadtgesellschaft, um den Theologischen Bildungscampus zu entwickeln.

Drei Säulen profilieren den Bildungscampus

Im Fokus der Planungen stehen weiterhin drei Säulen, die den Theologischen Bildungscampus profilieren sollen:

  • Mit dem Masterstudiengang (Master of Theological Studies) wird weiterhin ein Seiteneinstieg ins Pfarramt ermöglicht.
  • In einer Kirche im Umbruch fördert der Theologische Bildungscampus die theologische Sprachfähigkeit der beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Dazu bietet er vielfältige Aus- und Weiterbildungsmodule mit einer Verschränkung von akademischer Expertise und Praxisnähe an.
  • Schließlich trägt der Bildungscampus in der Tradition der Barmer Theologischen Erklärung dazu bei, dass Theologie zu zentralen Fragen der Zeit verstärkt gesellschaftliche Relevanz entfaltet.

Angestrebt: Jährlicher Zugang zum Masterstudiengang

Ein nächster Schritt auf dem Weg zur Personalgewinnung für den Theologischen Bildungscampus ist die offene Ausschreibung der Leitungs- bzw. Geschäftsführungsstelle, die im Herbst veröffentlicht werden soll. Die Leitung wird sodann beauftragt, in Absprache mit der Gesellschafterversammlung weiteres Personal unter Vertrag zu nehmen. Als weiterer Schritt soll auch die Stelle der Studiengangsleitung für den Masterstudiengang zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgeschrieben und besetzt werden. Dabei ist vorgesehen, dass sich zunächst Professor*innen der Kirchlichen Hochschule Wuppertal bewerben können. Die Stelle soll die kontinuierliche Weiterentwicklung des Studiengangs verantworten. Die Lehre im Masterstudiengang kann durch Lehrbeauftragte, durch Kooperationen oder durch eigenes Personal am Theologischen Bildungscampus erfolgen. Angestrebt wird, dass der Zugang zum Masterstudiengang künftig jährlich ermöglicht werden soll.

Für wissenschaftliche Stellen am Bildungscampus wird eine Besetzung in Anlehnung an das sogenannte „Thüringer Modell“ angestrebt: Die Arbeitgeberrolle liegt beim Theologischen Bildungscampus, die Übertragung einer professoralen Rolle liegt in der Verantwortung der Bergischen Universität Wuppertal. Die Berufung auf eine außerplanmäßige Professur erfolgt durch die dortige Berufungskommission.

Wichtige Richtungsentscheidungen sind vorbereitet

Präses Dr. Thorsten Latzel betont: „Die Kirchenleitung freut sich, dass der Theologische Bildungscampus dank der intensiven Arbeit der Projektgruppe konkrete Gestalt annimmt. Wichtige Richtungsentscheidungen sind jetzt vorbereitet. Genau das brauchen wir für die Zukunft unserer Kirche: neue Zugänge zum Pfarramt, die Stärkung der theologischen Sprachfähigkeit aller Mitarbeitenden und evangelische Impulse zu den großen Fragen unserer Zeit.“